Google Pixel 2 & Google Daydream View

Hallo und herzlich willkommen bei meinem kurzen Testbericht zum Google Daydream Set. Ich habe mich riesig gefreut als ich erfahren hab, dass ich das Set testen darf, denn das Pixel 2 ist eines der unspektakulärsten und gleichzeitig interessantesten Geräte, dass ich gern mal genauer unter die Lupe nehmen wollte. Genauso interessiert war ich auch endlich mal in die Virtual Reality Welt abtauchen zu können, denn in dieser Richtung war ich noch Jungfrau.

Verarbeitung & Design

Kommen wir zunächst kurz zur Verpackung. Hier ist sich Google treu und kommt in gleichem Design und Stil daher wie bei anderen Produkten. Ein weißer Karton, edel verarbeitet, und zumindest für mich schön anzusehen. Es macht in jedem Fall immer wieder Spaß Produkte auszupacken.

Mich erwartete die schwarze Version des Pixel 2 und ich muss zugeben ich hatte mich mit der Materialwahl des Gerätes vorher gar nicht beschäftigt. Daher überraschte es mich ein flaches, leichtes etwas aus aufgerautem Aluminium in der Hand zu haben, dass sich anfangs wie Plastik anfühlt. Was auf den ersten Blick billig erscheint wirkt auf den zweiten aber durchaus edel. Es fühlt sich toll an, man hat guten Grip, nichts knarzt oder wackelt und es ist leichter als angenommen. Die Kanten sind leicht angeschliffen und das Display ist eben, hat also keine Edges. Auf der Front sitzen jeweils oberhalb und unterhalb des Displays Lautsprecherschlitze, was mich manchmal dahingehend verwirrt hat als dass ich das Gerät häufig falsch herum gehalten habe. Aufgefallen ist mir das spätestens wenn ich versucht habe das Gerät mittels des Fingerabdruckscanners auf der Rückseite zu entsperren und dieser sich nicht an der richtigen Stelle befand.

Kommen wir zur Google Daydream VR Brille. Wie ich schon erwähnte, habe ich diesbezüglich gar keine Erfahrung und kann daher keinen Vergleich zu anderen Modellen machen. Die gesamte Brille ist mit grauem Stoff überzogen und fässt sich sehr angenehm an. Die elastischen Haltebänder musste ich jedoch bis aufs äußerste verstellen um sie über meinen Kopf zu bekommen. Einen größeren Kopf als ich sollte man also nicht haben. Die Funktionsweise der Brille ist selbsterklärend.

Software

Installiert ist Android 8.1 mit Optimierungen für die Google Dienste und daher ist auch einiges an Google Apps vorinstalliert, ist ansonsten aber frei von sogenannter Bloatware. Wie erwartet läuft das System schnell und flüssig und hat sich während meiner Zeit keine Ruckler oder Aussetzer erlaubt. Ein kleines nettes Gimmick sind die dezent animierten Hintergründe wie z.B. das bekannte Küstenmotiv, bei dem die am Ufer auftreffenden Wellen animiert sind. Nicht aufdringlich und schön gemacht. Ähnliches gibt es bei anderen Geräten natürlich auch, empfand ich aber immer als unruhig und aufdringlich.
Auf einzelne Apps werde ich nicht weiter eingehen außer auf die Daydream-Funktionalität etwas weiter unten. Insgesamt fühlt sich das System gut auf die Hardware abgestimmt an.

Display, Touchscreen & Tasten

Wie bereits erwähnt ist das Display flach und zu den Seiten hin nicht abgerundet. Das macht es natürlich einfacher eine Schutzfolie anzubringen wenn man das möchte. Leider löst der 5″ AMOLED Screen nur mit Full-HD auf, was im allgemeinen Gebrauch vollkommen ausreicht, sich jedoch im Zusammenspiel mit der Daydream Brille nachteilig auswirkt. Was das im Detail bedeutet etwas weiter unten.
Farben werden gewohnt knackig, aber nicht übertrieben, dargestellt und der Touchscreen leistet sich keine Aussetzer oder Auffälligkeiten.
Was hat es nun mit „Tasten“ auf sich? Da das Pixel 2 von HTC gefertigt wird und dieses in etwa zur selben Zeit wie das HTC U11 entwickelt wurde, hat das Pixel 2 ebenfalls die Quetsch-Funktion. Diese lässt sich hier durch die Software aber nicht so detailliert einrichten und konfigurieren wie beim U11. Standardmäßig startet über diese Funktion der Google Assistant. Wie auch schon beim U11 empfinde ich das als nette Spielerei, hat mir aber keinen erkenntlichen Nutzen gebracht.

Daydream

Auf dem Smartphone vorinstalliert ist die Daydream-App, die einem, eingelegt in die Daydream-Brille ein virtuelles Erlebnis bieten soll. Beim ersten Start leitet einen die App Schritt für Schritt durch die Einrichtung und ist nach wenigen Minuten fertig. Im Anschluss durchläuft man ein Tutorial bei dem die Brille weiter angepasst und die Funktionsweise des Controllers erklärt wird. Hierbei wird das Potenzial dieser Kombi bereits deutlich. Die Sensoren sind sehr schnell und stellen jede kleinste Bewegung mit dem Kopf perfekt dar. Leider wirkt sich hier die geringe Auflösung des Smartphonedisplays aus, denn ich konnte förmlich die Pixel zählen. Ein zum Vergleich eingelegtes Samsung Galaxy S8+ mit 2K-Auflösung stellte die selbe virtuelle Umgebung wesentlich feiner dar. Ich kann mir vorstellen, dass hier eine 4K oder 8K Auflösung auf so geringer Fläche ein fast perfektes Erlebnis liefern sollte.
Was kann man nun in dieser virtuellen Welt machen? Zum einen steht standardmäßig Youtube VR zur Verfügung. Darüber lassen sich speziel 360° Inhalte wiedergeben und das macht wirklich Spaß. Ob in der Savanne inmitten einer Elefantenherde, sitzend gegenüber Löwen, auf dem Mount Everest, mitfahrend in einer Achterbahn oder hängend an einem Wetterballon auf dem Weg in die Stratosphäre, man ist mitten drin.
Ebenfalls enthalten ist eine spezielle virtuelle Version des Play Stores, die sich intuitiv bedienen lässt und nur VR-Inhalte anzeigt. Etwas erschrocken war ich über die Preise der doch recht wenigen Inhalte. Preispunkte von oftmals jenseits der 10 EUR Marke ließen die Lust zum Ausprobieren schnell verfliegen.

Kamera

Ach ja, die Kamera, immer wieder ein Thema für sich. Ich habe inzwischen einige Geräte getestet und war oft enttäuscht oder zumindest nicht überzeugt aber diese Kamera war die beste, die ich je in den Händen hielt. Egal in welcher Situation, der Automatik-Modus hat immer etwas hingezaubert. Auch Nachtaufnahmen können sich sehen lassen. Inzwischen bin ich ein riesen Fan der Portrait-Funktion und bin überrascht wie gut die Software die Unschärfe im Hintergrund berechnet und Objekte im Vordergrund automatisch nahezu fehlerfrei freistellt. Dabei sind einige schöne Aufnahmen, hauptsächlich von meinen Kindern, entstanden von denen ich euch einige nicht vorenthalten möchte.
Eine kleine negative Anmerkung muss ich zu einer indirekten Funktionalität noch anbringen. Ich nutze Microsoft OneDrive als meinen zentralen Cloudspeicher und habe natürlich die OneDrive-App auf dem Gerät installiert und den automatischen Kamera-Upload aktiviert. Das Pixel 2 scheint die gemachten Bilder im Portrait-Modus allerdings in Unterordnern zu speichern wodurch mich nun nach jedem Bild die OneDrive-App gefragt hat ob ich diesen neuen Speicherort zum automatischen Upload hinzufügen möchte. Habe ich dies nicht getan, landete das Bild natürlich auch nicht in der Cloud.

Sound

In diesem Bereich hat das Pixel 2 nichts außergewöhnliches zu bieten, liefert aber souverän ab. Ich habe viele Filme auf dem Gerät angesehen und täglich mit meinen Kopfhörern Musik gehört und kann nichts negatives sagen. Bedarf an einem Equalizer hatte ich nicht. Deshalb schließe ich das Thema an dieser Stelle schon ab.

Leistung & Akku

Hab ich schon geschrieben, dass das System absolut flüssig läuft? Aufwendige Prozesse wie App-Updates, die auf meinem Note 4 schon mal einige Minuten benötigen, benötigen auf dem Pixel 2 nur Sekunden. Auch das Pixel 2 hat mich als Hauptgerät auf meinen täglichen Reisen begleitet. Ich fahre 4h mit der Bahn durch Gebiete mit schlechtem Netz, nutze das Gerät unterwegs hauptsächlich zum Musikhören oder Filme schauen. Tagsüber Social Media, Messenger, Telefonate, etc. Und ich muss sagen ich komme einigermaßen gut über den Tag. Im Vergleich dazu ist das OnePlus 5, welches ich direkt im Anschluss zum Testen bekommen habe, ein gefühltes Akkumonster, welches aber auch einen wesentlich größeren Akku hat. Mit ihm komme ich bei mäßiger Nutzung locker auf 2 Tage.
Abschließend zu dieser Rubrik möchte ich noch erwähnen, dass das Pixel 2 ohne die Möglichkeit zum kabellosen Laden daher kommt. Ich bin doch so langsam erstaunt wie viele Top Geräte diese Funktion noch nicht implementiert haben.

Fazit

Das Pixel 2 ist in meinen Augen eines der besten Smartphones auf dem Markt und hat mich fast auf ganzer Linie überzeugt. Zum ersten Mal erzeugte das Gefühl am Ende der Testzeit das Gerät wieder einzupacken etwas Wehmut und ich hätte es am liebsten gleich behalten. Ich bin gespannt was das Pixel 3 bringt.
Das Daydream Headset empfinde ich als nette Spielerei mit viel Potenzial. Ich empfehle aber dringend ein Smartphone mit hörerer Auflösung.

Das Testgerät wurde mir freundlicherweise von der Telefónica Deutschland GmbH über die O2 Community zur Verfügung gestellt. Dafür ein großes Dankeschön.

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